Neben unserem Schulalltag in der Schule ÑandeRoga sowie Sprach- und Kulturstudium ist es uns auch ein großes Anliegen ein gutes soziales Netzwerk aufzubauen und bereits bestehende Arbeiten unter Kindern in PY kennenzulernen. Es ist so wertvoll von den Erfahrungen anderer profitieren zu dürfen und Anlaufstellen zu haben, wo wir uns jederzeit kompetenten Rat holen dürfen.  

Bei einem kürzlichen WE-Ausflug hatten wir die Gelegenheit, eine Kindereinrichtung zu besuchen, die erst vor 4 Jahren entstanden ist. Im Umkreis von 400 km gibt es nichts Derartiges. Die Einrichtung wurde von einem Ehepaar aufgebaut, welches selbst bereits 4 Kinder adoptiert hat. Das Anliegen, noch weiteren Kindern zu helfen hat sie dazu bewogen dieses Haus mit finanzieller Unterstützung aufzubauen. In kürzester Zeit entstanden 3 Gebäude auf einem sehr großen Grundstück, wo sich die Kinder in sicherem Umfeld austoben können.

Solche Einrichtungen werden vom Staat nicht finanziell unterstützt und er möchte auch keine neuen Kinderheime o. Ä. aufmachen. Das ist verständlich aus der Perspektive, dass Kinder in einer Familie viel besser aufgehoben wären. Aber für Kinder in akuten Notsituationen kann so ein Heim die Rettung bedeuten, bis man in Ruhe schauen kann wie es für das Kind weiter geht.

Vor kurzem wurde dort z.B. ein 10-jähriges Mädchen mit ihrem Baby aufgenommen. Höchstwahrscheinlich wird sie noch eine ganze Weile mit ihrem Kind dort bleiben, weil sie gemeinsam kaum eine Chance auf Adoption haben würden.

Unter anderem sind dort auch drei Geschwister, die notfallmäßig aufgenommen wurden. Sie hatten sich sehr gut entwickelt, bis der Tag kam, an dem sie zusammen in eine Pflegefamilie gehen sollten. Nach kurzer Zeit stellte sich heraus, dass die drei Kinder unmöglichen Lebensumständen ausgesetzt waren. Wir konnten es kaum glauben als die Leiterin erzählte, dass die 3 Kinder bei dieser Pflegefamilie u.a. draußen vor dem Haus schlafen mussten. Sofort wurden sie dort herausgenommen und kamen wieder zurück in diese Einrichtung. Kurze Zeit später kam die Nachricht, dass der Junge in eine Adoptivfamilie sollte, während seine beiden Schwestern im Heim bleiben sollten. Die Verzweiflung unter ihnen war groß. Gemeinsam hatten sie schon mehrere schlechte Erfahrungen gemacht und jetzt hatten sie ganz große Angst um ihren Bruder. Für sie stand fest: “Wir bleiben zusammen – und so schnell möchten wir hier nicht mehr weg”. Zusammen mit 6 anderen Kindern haben sie hier ein sicheres und geborgenes Zuhause gefunden. In der Zwischenzeit ist ihr Vertrauen erwachsenen Menschen gegenüber wieder gewachsen, durch welche sie in der Vergangenheit so viel Enttäuschung, Schmerz,… erlebt hatten. 

Ja, leider werden wehrlose Kinder so oft und auf vielerlei Weise ausgebeutet, anstatt dass ihnen Schutzraum für eine sichere und stabile Kindheit geboten wird.

Es hat uns sehr beeindruckt, die Atmosphäre unter den Kindern dort zu erleben. Hier können Kinder wirklich neue Hoffnung für ihre persönliche Zukunft finden!!!