„Sobald ihr das erste Kind bei euch aufgenommen habt, werden sehr bald schon zehn weitere Kinder vor eurer Haustüre stehen, die ebenso dringend ein Zuhause brauchen.“
Mit solchen und anderen Worten wurde uns u.a. von „Fachleuten“ mehrfach ans Herz gelegt, unser Haus nicht zu rasch für schutzsuchende Kinder zu öffnen… Der Gedanke daran, schmerzt uns sehr, vor allem, wenn man immer wieder mit sehr krassen Schicksalen von Kindern konfrontiert wird.
Langfristig gesehen ist es eben wichtig, gut vertraut zu sein mit Kultur, Sprache und rechtlichen Gegebenheiten, damit wir Kindern langfristig Sicherheit und Schutz bieten können. Also heißt es für uns wohlüberlegt einen Baustein nach dem anderen zu setzen, um am Ende ein “sicheres Gebäude” stehen zu haben – ein geborgenes Zuhause.

Mittlerweile sind wir mit den Leitern von zwei Organisationen im Gesprächen, die sich hier in PY sehr für das Wohl von Kindern einsetzen. Beide Organisationen genießen große Anerkennung von Seiten der Regierung, obwohl sie noch relativ jung sind. Bereits im August und September haben unsere ersten Vorbereitungsgespräche für die Aufnahme von Kindern bei einer der beiden Organisationen stattgefunden.
Die Gründer sind Amerikaner, die seit mehr als 15 Jahren in PY leben. Nachdem sie für einige Jahre ein Kinderheim geleitet hatten, sind sie zu der Überzeugung gekommen, dass es für die Entwicklung von Kindern sehr viel besser wäre, wenn sie in Familien aufwachsen können. Da Kinder aber so schutzlos sind, werden sie häufig auch in “ihren neuen Familien” zum Opfer von Ausbeutung. Ihr Ziel ist es einerseits zusammen mit der zweiten Organisation die Bevölkerung für die Bedeutung eines liebevollen Zuhauses für verstoßene oder traumatisierte Kinder zu sensibilisieren, andererseits aber auch zu gewährleisten, dass die aufgenommen Kinder wirklich in eine sichere “neues Familie” kommen und dort nicht weiter ausgebeutet und traumatisiert werden.
Im November wird es Vorbereitungsseminare geben, bei denen wir ihr kleines Team kennenlernen werden, worauf wir schon sehr gespannt sind. Damit ist der erste Baustein zu unserem Anliegen gelegt – Kindern ein Zuhause zu geben.