Eine Einladung führte uns diese Woche in den Sitzungssaal der Zentralbank von Paraguay in Asunción. Wir haben mit allem gerechnet, nur nicht damit, dass wir den Ministern, dem Präsidenten des Landes und der First Lady live begegnen würden…
Unsere betreuende Organisation hat uns eingeladen, bei der offiziellen Einführung des nationalen Alternativpflege- und Adoptionsprogramms als Teilnehmer von Seiten der Familien dabei zu sein. Es ist ein großes Privileg für uns, dass wir Teil dieses staatlichen Events sein durften. Ein paar Einblicke in den Kongress…

Presseartikel:
https://www.abc.com.py/nacionales/2024/10/08/el-doloroso-reclamo-de-familias-adoptivas-a-santi-pena/

In der Vergangenheit hörten wir davon, wie Kinderheime mit immer neuen Auflagen belegt werden, in der Hoffnung, dass sie unter der Last ihre Türen für immer schließen. So hat sich in den letzten Jahren die Anzahl der Heime von 60 auf 40 reduziert, ohne Alternativplätze für die Kinder. Bei diesem Kongress wurden Kinderheime mit keinem Wort erwähnt. Der Plan der Regierung ist, dass Kinder, die nicht in ihren Familien bleiben können, in Pflege- oder Adoptionsfamilien untergebracht werden, statt in Heimen. Grundsätzlich ein guter Gedanke, der aber auch nur bedingt funktioniert. Die Familien, die die Mittel hätten, haben oft kein Herz für diese Aufgabe. Familien mit dem Anliegen Kindern zu helfen, können es sich aufgrund ihrer Armut nicht leisten.
Fazit:
Es gibt viel zu wenig Aufnahmemöglichkeiten für Kinder in Not!
Dafür gibt es auch keine einfache Lösung!
Hinzu kommt, dass das Ministerium für Kinder und Jugendliche die vielen Anfragen überhaupt nicht bewältigen können. Beispielsweise muss ein Kind 5-10 Jahre in verschiedenen Alternativen Einrichtungen verbringen, bis es schließlich in einer Adoptivfamilie seinen dauerhaften Platz findet. Nur 15% der Kinder, die eine Unterbringung in einer Pflegefamilie benötigen, können schließlich vermittelt werden. Das entspricht fünf Anträgen pro Monat, d.h. bisher konnten trotz der großen Not jedes Jahr nur ca. 60 Kinder in einer Pflegefamilie untergebracht werden. In der Regel müssen Kinder aber sofort aus ihrer Situation herausgenommen werden, um weitere Traumatas zu verhindern…
Dieses sind nur ein paar Einblicke in die schwierige Situation der Kinder hier im Land.
Das neue Programm der Regierung soll die Kapazität der Anträge landesweit beschleunigen, um mehr Kinder in Familien unterzubringen. Wir beobachten sehr gespannt, wie es in der Praxis aussehen wird und ob mehr Familien dafür gewonnen werden können. Natürlich möchten auch wir unseren Teil dazu beitragen und einheimische Familien dazu ermutigen unserem Beispiel zu folgen, ihre “Familien-Türen” auch für fremde Kinder zu öffnen.