Es ist fast schon ein “Heiliger Moment”, wenn sich zwei besonders talentierte Menschen mit derselben Vision begegnen – oft entsteht daraus etwas Bedeutendes und Verheißungsvolles. Wir hatten das unglaubliche Privileg, Vermittler einer solchen Begegnung sein zu dürfen…
Als wir Ende des Jahres einen Klavierstimmer bei uns zu Hause hatten, der in einer sehr armen Gegend im Inland, eine “Musikschule auf Rädern” aufgebaut hatte, bekamen wir im Laufe der Gespräche einen tieferen Einblick in seine Vision und sein Anliegen. Er dachte darüber nach, erstens, die Schule immer mehr zu dezentralisieren, weil die Teilnahme für viele Kinder an dem Transport zum Unterricht scheiterte. Zum anderen wünschte er sich, den Unterricht mehr der Kultur anzupassen und die Kinder spielerisch zum Lernen zu begeistern. Gleichzeitig möchte er seine fortgeschrittenen Schüler zu Lehrern ausbilden, um mehr Kindern Musikunterricht zu ermöglichen und die Arbeit aufs ganze Land ausweiten.
So weit, so gut, wir merkten schnell, dass sich unsere Visionen für die vielen “unprivilegierten” Kinder PYs deckten und folgten sehr gespannt seinen Erzählungen. Zum Abschluss lud er uns ein, ihn im Januar beim Musik Intensiv-Workshop in den Sommerferien bei einem Projekt im Inland zu begleiten und zu unterstützen.

Noch am selben Nachmittag bekam Fee eine Sprachnachricht von einer ehemaligen Klassenkameradin namens Mailyn, die in der Schweiz eine Musikschule gegründet hat. Sie entwickelte ein neurowissenschaftlich fundiertes Lernkonzept, um mit spielerischer Methodik das Klavier Spielen zu erlernen. Bereits vor Jahren war der Kontakt zwischen Fee und Mailyn abgebrochen. Seit einiger Zeit verfolgte sie unseren BLOG und mit der Zeit entstand der Wunsch in ihr, die “armen Kinder” in Paraguay zu beschenken. So wandte sie sich an uns mit der Frage, ob wir einen deutsch-sprechenden Klavierlehrer kennen, der bereit wäre, sich mit ihrem Lernkonzept weiterbilden zu lassen. Sie würde ihm eine Intensiv-Weiterbildung für Klavierlehrer schenken, damit er dann wieder andere Klavierlehrer ausbilden kann, die den Kindern in PY auch einen spielerischen Zugang zum Klavier ermöglichen…
Sicher könnt ihr euch vorstellen, dass wir uns mit großen Augen anstarrten, als wir die Sprachnachricht von Mailyn abhörten. Natürlich wussten wir sofort, wer dieser Klavierlehrer sein würde. Ganz ehrfürchtig staunten wir darüber, dass wir hier Mittler von einer wichtigen Begegnung sein durften, um den Kindern in PY einen besonderen Zugang zur Musik zu ermöglichen …
Mittlerweile stehen die beiden im regen Austausch und die Fortbildung hat begonnen.

Wir haben unseren Klavierstimmer im Januar für einige Zeit beim Unterrichten der 30 Kindern (Anfänger) unterstützt. Das paraguayische Leiterehepaar bietet den Kindern u.a. auch schulischen Nachhilfe-Unterricht an. Nach der gemeinsamen Zeit im Januar wurden wir von ihnen angefragt, ob wir uns vorstellen könnten, in ihre Arbeit mit einzusteigen. Schon sehr bald hatten wir ganz unabhängig von ihrer Anfrage gemerkt, dass ihr Projekt genau das zu sein scheint, nach dem wir lange gesucht haben. Mittlerweile unterstützen wir ihr Programm ein- bis zweimal wöchentlich für die nächsten Monate in verschiedenen Bereichen u.a. beim Klavierunterricht. Da nicht alle Kinder ein Instrument erlernen möchten, ist parallel ein Kreativ-Projekt entstanden, mit dem Ziel die Kinder auch in handwerklichen Fertigkeiten zu fördern (Nähen, Häkeln, Basteln, Holzarbeiten, …).
Kurz um, während der nächsten Monate möchten wir herausfinden, auf welche der Kinderprojekte, die wir in den letzten knapp 2 Jahren kennenlernen durften, wir uns langfristig konzentrieren werden. Es bleibt also nach wie vor spannend bei uns …
Bereits am 5. Januar 2024 hatten wir von einem sehr emotionalen “besonderen musikalischen Abend” berichtet. Damals schon stellten wir fest, dass es unter den Armen nur wenige Privilegierte gibt, die das Spielen eines Instrumentes erlernen dürfen. Daher freuen wir uns um so mehr, auch Teil dieses besonderen Projekts sein zu dürfen.