Vor ca. 1 Jahr lernten wir vier Geschwisterkinder und ihre Großmutter aus einem Armenviertel kennen. Es war offensichtlich, dass die Großmutter der Kinder ein echtes Anliegen für ihre Enkel hatte und sich sehr wünschte, dass deren junges Leben nicht vom “Lebensklima” des Armenviertels ruiniert werden würde.
Wenn wir die Geschwister z.B. für ein Event abholten, wurde unser Auto im Armenviertel von immer mehr Kindern umringt, da sie auch gerne an unseren Treffen teilnehmen wollten. So starteten wir Anfang des Jahres ein 3-tägiges Kreativ- und Spiele-Event, zu dem wir auch andere Kinder ihres Viertels einluden, was von ihnen mit Begeisterung aufgenommen wurde.
Vor einigen Monaten starteten wir als Probelauf u.a. mit den vier Geschwistern ein kleines Nachhilfe-Projekt, wobei der Fokus nur auf dem Lesen und Schreiben lag. Selbst unser Fünftklässler konnte zu Beginn weder das Alphabet noch seinen Namen zu Papier bringen.

Wir trafen uns auch bei Kälte, Wind und Wetter am Rande des Viertels, da uns die Großmutter ihr kleines Häuschen zur Verfügung stellte. Da es hier an Regen-Tagen bei den sehr engen Räumlichkeiten keine Ausweichmöglichkeiten gab und einige der anderen Kinder gerne dazukommen wollten, suchten wir nach einer anderen Lösung.
Mittlerweile konnten wir glücklicherweise auch eine sehr engagierte und erfahrene Lehrerin für das Förderprojekt dazugewinnen. Das ermutigte uns sehr, ab Juli endgültig die Türen auch für weitere Kinder zu öffnen, bzw. das Angebot einer kleinen Gemeinde anzunehmen ihre Räumlichkeiten für das Projekt zu nutzen.

Die Nachfrage ist sehr groß! Innerhalb der letzten drei Wochen haben sich fast 20 Kinder angemeldet.
Da die Kinder immer mit großem Hunger und jetzt im Winter auch durchgefroren beim Projekt ankommen (Im Winter gehen die Temperaturen nachts bis auf 2 Grad zurück – ohne Heizungen wohlbemerkt), starten wir erstmal mit einem Frühstück, damit sich die Kinder nach dem Aufwärmen und “Hungerstillen” überhaupt konzentrieren können. Anschließend gehen die Kinder in verschiedene Kleingruppen, je nach ihrem “Wissensstand”…

Nur wenn die Kinder lesen und schreiben können, haben sie überhaupt erst eine Chance in ihrer schulischen Entwicklung voranzukommen und nicht in einer kompletten beruflichen Perspektivlosigkeit zu enden.
Ohne BILDUNG – keine Zukunft – kein Ausweg aus der Armutsspirale und aus der Perspektivlosigkeit.
Daher ist uns auch dieses Kinderprojekt ein großes Herzensanliegen.
Wir hoffen, dass einige der Kinder eines Tages auch den Sprung auf eine Privatschule schaffen werden, wodurch ihr Bildungsstand und ihre Zukunftschancen deutlich gesteigert werden. In den gewöhnlichen Schulen können selbst in den 5. / 6. Klassen einige Kinder noch nicht lesen und schreiben, was schon einiges über den Bildungsstand der Schulen und damit vieler Kinder hier in PY sagt.
Auch dieses Kinderprojekt wird mit Spenden von unserem PROJEKTKONTO finanziert. Die Kosten pro Kind betragen monatlich 10 Euro.
Möchtest du gerne Teil unseres Projekts werden? Hier kannst du die Förderung eines Kindes unterstützen!
Titelfoto von www.Pixabay.com