Kurz nach der Ankunft von Fee´s ältesten Nichte in PY, wurde auch schon der zweite Teil eurer “Sammlung” aus Deutschland zu unserem neuen Wohnort geliefert. Beim gemeinsamen Sortieren der Kisten offenbarte sich schnell ihr tolles Organisationstalent : )

Kinderheime
Was wir bei unserer ersten Kinderheimlieferung erlebten, berührte uns selbst zutiefst…
Die Mitarbeiter konnten kaum ihren Augen trauen, als wir mit euren Kindersachen bei ihnen ankamen. Die Gesichter der Mitarbeiter strahlten vor Begeisterung mindestens genauso hell, wie die der Kinder.

Beim gemeinsamen abendlichen Treffen mit dem Team und den ca. 110 Kinder erfuhren wir, dass sich das Heimleiter-Ehepaar in den letzten 2 Wochen mehrfach darüber ausgetauscht hatte, wie sie den Kindern mehr produktive Beschäftigung und Förderung ermöglichen könnten.

Sie hatten für die nächsten Monate die Aufnahme für weitere Kinder gestoppt, um sich nach dem raschen Wachstum des Kinderheims erst einmal mehr auf die bereits vorhandenen Kinder konzentrieren zu können. Nachdem sie innerhalb eines Jahres sieben neue “Gruppenhäuschen” errichtet hatten, stand für sie fest: Jetzt soll ein großer “Spieleraum” entstehen, in dem die Kinder nachmittags gruppenweise unter Anleitung gemeinsam spielen können – so wie sie es damals (Link) mit uns erlebt hatten, als wir eine Zeit lang bei ihnen lebten. Sogar eine Mitarbeiterin wurde bereits für diese Aufgabe ausgewählt.

Foto: Spieleraum
Wir waren aus mehreren Gründen berührt und begeistert zugleich von dieser Idee:
- Es zeigte uns, dass wir durch unsere Mitarbeit bei ihnen im vergangenen Jahr, nachhaltige Spuren im Kinderheim hinterlassen durften : )
- Ihr Plan entsprach genau unserem Vorschlag, den wir ihnen unterbreiten wollten, einen Raum für regelmäßige und beaufsichtigte Spielzeiten einzurichten. So konnte Förderung und Anleitung zum sorgsamen Umgang mit den Spielsachen gewährleistet werden. Nun hatten die Kinder nicht nur Spielsachen erhalten, sondern auch eine supervisionierte Möglichkeit, diese sinnvoll zu nutzen.
- Eure wertvollen Geschenke kamen somit genau zum richtigen Zeitpunkt – ein Spieleraum ohne Spiele wäre schließlich ganz schön leer und triste! Fee war zu Tränen gerührt, denn wir wussten nichts von diesem dringenden Wunsch der Heimleitung. So brauchte dieser Teil eurer Sammlung unglaubliche 15 Monate, nur um hier pünktlich in “vorbereitete Verhältnisse” zu kommen. Es war ein Stück göttliche Fügung, das uns zeigte, wie alles zur richtigen Zeit zusammenfindet.
Im Gegensatz zu diesem Erlebnis wurde uns in einem der anderen Kinderheime eine ganz andere Realität der Kinder widergespiegelt. Hier wurde unsere “kleine Spielelieferung” zwar dankbar angenommen, jedoch mit dem mehrmaligen Verweis, dass “die Kinder-Psychologin damit sicher eine gute Beschäftigung mit den Kindern hätte”, anstatt, dass sie es in ihren Alltag einbauen. Wir waren sprachlos. Wie traurig, dass vielen Kindern hier in PY, sowohl in den Heimen als auch in den Familien, in ihrem Alltag jeglicher Raum fehlt, kindgerecht zu wachsen und gefördert zu werden. Durch die krasse Armut, in der hier sehr viele Menschen leben, gibt es weder das Geld noch das Bewusstsein für die Wichtigkeit in die kindgerechte Entwicklung der Kinder zu investieren.
Wie schön daher, die Entwicklung im oben erwähnten Kinderheim zu erleben : )
Ganz lieben Dank nochmal an alle, die durch ihre Gaben und praktischen Einsatz dies möglich gemacht haben!