Wieder aufgetaucht : ) – Erlebnisreiche Wochen liegen hinter uns… – Nächste Schritte…

Titelfoto: Ein Nachmittagsausflug mit den Kindern in ein nahegelegenes Feuchtbiotop.

 

Im Dezember berichteten wir, dass wir unsere Sommerferien (Dezember / Januar / Februar) u.a. für das Kennenlernen verschiedener Kinderprojekte und – heime nutzen wollen. Die Ferienzeit geht langsam zu Ende und wir hatten tatsächlich die Möglichkeit viele Eindrücke zu sammeln…

Die weihnachtlich beleuchtete Fassade des Kinderheimes

 

Erfahrungen in Kinderheimen…
Sehr eindrücklich war die Zeit über Weihnachten in einer Einrichtung (mit zur Zeit ca. 60 Kindern). 

Auf dem großen Grundstück mitten in der Natur gibt es eine Schule, eine Küche mit Bäckerei und einen Gemüsegarten sowie Weiden für Kühe, Kälber, Ziegen, Schweine, Hühner und Enten. Die Verhältnisse sind sehr sehr einfach z.B. gibt es in der Küche nur eine große Feuerstelle, wo alle Mahlzeiten zubereitet werden. Der Essbereich war bis vor Kurzem entlang der Gebäude unter dem 1m breiten Dachüberstand. In den letzten Wochen haben sie einen Tinglado

(wir würden sagen ein großer offener Carport) mithilfe von Spenden aufbauen können, was die Lebensqualität dort sehr verbessert hat. Am Meisten hat uns die Freude der Kinder bewegt, die dieses Heim unter keinen Umständen mehr verlassen möchten. Einige der ehemaligen Heimkinder, die mittlerweile über 18 Jahre alt sind, arbeiten dort mit, während sie nebenbei ein “Studium” als Lehrer, Tierarzt oder Elektriker machen.

An Heiligabend gab es ein besonderes Programm für die Kinder. Dafür haben sich alle ganz hübsch gemacht. Es wurde gemeinsam gesungen, es gab eine Geschichte und wir hatten die Möglichkeit als Teil unserer deutschen Kultur zusammen mit einer Freiwilligen aus Deutschland 2 Weihnachtslieder zu singen und mit Violine und Glockenspiel zu begleiten. Das war für alle etwas sehr Besonderes. Die Bescherung war natürlich für die Kinder der Höhepunkt des Tages. Tatsächlich haben sich so viele Unterstützer gefunden, dass jedes Kind seinen Wunsch erfüllt bekam und Freude in die kleinen Gesichter zauberte. Das Essen war für die Kinder viel weniger wichtig, als mit ihren neuen Geschenken zu spielen. Alles spielte sich draußen im Dunkeln vor dem festlich beleuchteten Haus ab bei Temperaturen um die 30 Grad.
Kurz vor Mitternacht waren plötzlich alle in heller Aufregung – es wurde Kinder-Feuerwerk verteilt und jeder wollte möglichst viel davon ergattern 🙂 Für uns war es eher befremdlich, dass auch der Heiligabend mit Feuerwerk verabschiedet wurde. Vieles an diesem Fest war anders als wir es von Deutschland kennen – da wollte sich die Weihnachtsstimmung bei uns nicht so recht einstellen. Sehr müde und voll von neuen Eindrücken sind wir dann weit nach Mitternacht zum Schlafen in unser Zelt gekrochen, begleitet von dem Geräusch der Grillen und verschiedener Nachtvögel.

 

Über Neujahr sind wir der Einladung gefolgt, in einem anderen Kinderheim für eine Woche ein Ehepaar in ihrer Urlaubszeit zu ersetzen. Weil wir dort mit den Kindern Tür an Tür lebten, konnten wir einen sehr tiefen Einblick in das Heimleben der Kinder bekommen. Außerdem war es für uns sehr wertvoll, dass wir unser soziales Netzwerk ausbauen konnten mit Beziehungen zu wirklich vorbildhaften Heimleitern. Es war sehr bewegend zu erleben, wie schon nach der ersten Nacht, die Kinder uns in ihr Leben integriert hatten. Nach dem dem ersten gemeinsamen HalliGalli Spiel waren wir völlig adoptiert 😉 Auch beim gemeinsamen Fußballspiel hatten sie viel Spaß mich als ihren “Tio” (Onkel) im Team zu haben. Sie bogen sich vor lachen, als ich nach kurzer Zeit über den von der Sonne steinhart gewordenen Sand humpelte, weil sich an beiden Füßen mehrere Blasen gebildet hatten, die sofort aufplatzten. Wieder ein Punkt an dem ich merkte, wie anders die Menschen hier aufwachsen. FlipFlops sind die meistgetragene Fußbekleidung. Wenn die Sonne den Boden nicht so stark erhitzen würde, dass man es nicht mehr aushalten kann, dann würden wohl die meisten Einheimischen nur barfuß laufen.

Sandsturm im Kinderheim

In den letzten Monaten hatten wir die Möglichkeit viele Heime anzuschauen. Leider gibt es einige, in denen die Kinder ihren 18. Geburtstag nicht erwarten können, weil sie dann endlich der Einrichtung den Rücken kehren können. Viele von ihnen stürzen dann leider ab, weil sie niemanden haben, der ihnen Rückhalt und Anleitung zur Selbstständigkeit gibt.

 

Nächste Schritte…
Für uns waren die letzten Wochen verbunden mit vielen Reisen und unzähligen Eindrücken. Für unsere Sprachentwicklung hat es sehr gut getan rund um die Uhr von Paraguayern umgeben zu sein. Diesen Vorteil wollen wir uns jetzt zu nutze machen. Dazu werden wir demnächst in ein Kinderheim umziehen, um ganz in die Sprache einzutauchen. Wir sind mega dankbar, dass alle Verantwortlichen unseren Schritt befürworten und uns grünes Licht gegeben haben. Auf diese Zeit freuen wir uns schon sehr.

Unser Prozess zur Aufnahme von Kindern läuft nach der langen Sommerpause parallel weiter.