Schule einer indigenen Volksgruppe

Ganz spontan und unerwartet hatten wir kürzlich die Gelegenheit eine Indigenen-Schule (“Ureinwohner Südamerikas”) zu besuchen. Hier möchten wir gerne einen klitzekleinen Eindruck vermitteln, der uns berührt hat:

Während die meisten Jungen auf dem großen Hof Fußball spielten, saß ein Duzend Mädchen gedrängt im Schatten eines Schulgebäudes im Kreis zusammen. Sie waren so konzentriert, dass sie uns nicht bemerkten. Das schweigsame, harmonische Miteinander der Mädchen erweckte um so mehr unsere Neugier… “Was machen die Mädels wohl da?”
Sie hielten ihre Köpfe ganz dicht zusammen und waren auf etwas am Boden konzentriert. Nur mit Mühe gelang es uns, einen Blick auf dieses seltsame “Etwas” zu bekommen. Beim näher Treten staunten wir nicht schlecht. Es war nur ein Puzzle! Was auf den ersten Blick ganz unspektakulär war, erstaunte uns umso mehr, als wir näher hinschauten.
Was fällt dir auf?

Ganz richtig – die Puzzleteile werden einfach wild zusammengelegt, ohne dass auch nur ein Teil weder in Farbe noch in Form zum anderen passt.
Was für uns selbstverständlich ist, das ist es für andere noch lange nicht, besonders wenn die Anleitung dazu fehlt. Natürlich ist es zum Leben nicht wichtig, ob man ein Puzzle richtig zusammen legen kann oder nicht. Übertragen auf die Lebenssituation von vielen Kindern hier in Paraguay, ist dieses Erlebnis für uns nur wieder eine neue Erinnerung daran, dass vielen der Kinder hier im Land auch in anderen wirklich existenziellen Bereichen grundlegende “Anleitung” fehlt, ganz besonders dann, wenn sie kein Zuhause haben oder ausgebeutet werden.

Wir wünschen uns so sehr, einigen Kindern zu ermöglichen, in einem Lebensklima des “Geliebt-Werdens” ein frohes, stabiles und selbstbestimmtes Leben zu führen und nicht ihr Leben lang nur Opfer ihres miserablen Lebensstarts zu bleiben. Viele Bereiche im Leben von Kindern sind noch nicht für immer festgelegt und können wie im Puzzle dieser Kinder geordnet und neu strukturiert werden, bis ein wunderschönes harmonisches Bild entsteht.