Gleich am ersten Sonntag, nachdem wir hier angekommen sind, haben wir eine wunderbare paraguayische Sprachlehrerin (Betty, s. Foto)
kennengelernt und gleich in der 2. Woche mit dem Unterricht begonnen. Leider können wir uns nicht persönlich mit ihr treffen da sie über 400 km entfernt von uns wohnt. Aber digitale Medien machen es möglich, dass wir uns seither vier bis fünf Mal pro Woche online treffen können. Sie ist sehr strukturiert und eine gut ausgebildete Lehrerin. Daher sind ihre Stunden immer sehr kompakt und vollgepackt mit vielen wertvollen Tipps für uns. Meistens sitzen wir noch bis spät in den Abend vor unserem Häuschen, um die neuen Informationen zu sortieren, abzuspeichern und zu wiederholen. Sie selbst spricht ein sehr gutes südamerikanisches Spanisch und legt viel Wert auf korrekte Aussprache. Allgemein sind Paraguayer “wortfaul”. Manche Worte werden weggelassen, bei anderen wird das Wort nicht bis zum Ende ausgesprochen… vielleicht auch weil die meisten Menschen hier sehr schnell reden. Das Sprach- und Kulturstudium hat eine sehr große Bedeutung für uns, da es die Grundlage ist, um das Leben und Denken der Menschen besser kennen und verstehen zu lernen und Kindern in ihrer eigenen Kultur entsprechend besser helfen zu können.
Seit ein paar Wochen kommen außerdem 2 einheimische Sprachhelferinnen zu uns nach Hause. Da lernen wir auf interaktive Art und Weise die Sprache und Kultur der Paraguayer kennen. Mehr Details dazu im nächsten Newsletter… 🙂
Die ersten 6 Wochen der Mitarbeit in der Schule Ñanderoga liegen bereits hinter uns und wir befinden uns jetzt mitten in den Winterferien. Wir sind sehr froh, 2 Tage pro Woche in der Schule mitzuarbeiten und nutzen die Möglichkeit viele wertvolle Kontakte unter Lehrern, Schülern und Eltern zu knüpfen. Gleichzeitig merken wir auch, dass es uns gut tut, in den Ferien das Sprachstudium (6-8Std. täglich) zu intensivieren. Wir haben vorher nicht gedacht, wie das Erlernen einer neuen Sprache dem Gehirn so viel abverlangen kann, dass man abends total müde ins Bett fällt, obwohl man körperlich nicht viel geschafft hat. In der Muttersprache denkt man vorher nie groß darüber nach, wie man was sagt, in einer neuen Sprache versucht man im Voraus schon die nächste Situation zu erahnen und legt sich die Vokabeln in der richtigen Form gedanklich schon parat in der Hoffnung, die Situation trifft dann auch ein, bevor man es wieder vergessen hat… 😄

Alles in allem, eine sehr wichtige Erfahrung: wir sind und bleiben Lernende – unser Leben lang!