Mit ca. 70 Kindern ist hier morgens um 6 Uhr schon buntes Treiben. Da es hier sehr heiß ist, beginnt der Alltag schon ganz früh. So stehen beispielsweise die ersten großen Mädchen bereits um 5 Uhr in der Waschküche, um ihre eigene Wäsche zu waschen. Andere Mädchen backen Brötchen und Gebäck für die Kaffeezeit oder sind draußen, um den neu angelegten Gemüsegarten zu pflegen…

Am Vormittag beginnt der Unterricht um 7 Uhr für die Kinder von der 1.- 8. Klasse, während die älteren Schüler Aufgaben rund um den Campus verrichten. Das kleine Schulgebäude, das am Rande des Kinderheimgeländes steht, besteht nur aus vier Klassenräumen. Vormittags werden hier immer zwei Jahrgänge zusammen in einem Raum unterrichtet – das kennen wir von Deutschland schon länger nicht mehr. 🙂
Auch wir klettern morgens in der Frühe von unserem Autodachzelt herunter in unser kleines Vorzelt. Dort stehen zwei Campingstühle, ein kleines aufklappbares Tischchen und ein Kühlschrank mit Gefrierfach für Eis, um bei der krassen Hitze wenigsten kaltes Wasser “genießen” zu können .
Fee beim Haarewaschen vorm Zelt
Hier drin, oder auch mal draußen vor dem Zelt, haben wir morgens Spanisch-Unterricht mit unserer paraguayischen Lehrerin, die wir glücklicherweise überall mit hinnehmen können (Online). Der Internetempfang ist hier draußen auf dem Land sehr schlecht. Es funktioniert nur dann, wenn wir unser Handy an die oberste Spitze unseres Dachzeltes klemmen und das Tablet damit verbinden. Es ist echt immer wieder ein Wunder, wenn es für die eine Stunde gut funktioniert. Direkt nach dem Unterricht wird fleißig gelernt, Hausaufgaben gemacht und wiederholt bis zum gemeinsamen Mittagessen.
Am Nachmittag gehen die Schüler der 9.-12. Klasse zur Schule, während wir das Programm für die ca. 25 jüngeren Kinder übernehmen. Schon nach unserer ersten Woche im Kinderheim, sagte man uns: “Wir fürchten uns schon sehr vor dem Tag, an dem ihr nicht mehr da sein werdet. Ihr wisst gar nicht was für eine große Entlastung ihr für uns seid!”
Neben allen wertvollen Erfahrungen die wir hier sammeln dürfen, ist es für uns selbst eine wunderbare Zeit, unser Spanisch im Alltag anzuwenden.
Ab und zu ist Toobi damit beschäftigt, verschiedene Maschinen für das Kinderheim zu reparieren. Die Jungs freuen sich sehr, wenn der eine oder andere mithelfen darf. Sie genießen es sehr, wenn sie die volle Aufmerksamkeit bekommen und sie nicht mit 25 anderen Kindern teilen müssen.
Immer wieder bewegen uns die verschiedensten Erlebnisse mit den Kindern im Heim. Aber am meisten bewegen uns ihre Geschichten und Schicksale.
… mehr dazu im Laufe der nächsten Woche …