Mit Milch- und Glutenunverträglichkeiten in Paraguay zu leben ist extrem schwer, ganz besonders im Inland. Typische Gerichte enthalten oft beides, und gluten- sowie milchfreie Produkte gibt es noch wenige. In vielen Regionen im Inland ist es deshalb nahezu unmöglich, sich entsprechend zu ernähren – zumal die nötigen Produkte für einen Großteil der Einheimischen unbezahlbar sind.
Die neunjährige, aus unserem Musikprojekt im Inland, hat genau dieses Problem. Sie klagte bereits seit einiger Zeit täglich über Bauchschmerzen, aß nur wie ein kleines Vögelchen und nahm dadurch natürlich kontinuierlich ab. Da sich hier in PY bei Felicitas zu ihrer bereits vorhandenen Milchunverträglichkeit ebenfalls zusätzlich eine Glutenunverträglichkeit entwickelt hatte, musste sie selbst sehr hart lernen sich entsprechend zu ernähren. So konnte sie Ruthi und ihre Mutter beim Kochen anleiten und sie in eine milch- und glutenfreie Ernährung ohne Fertigprodukte einführen.
Anfangs wurde Felicitas von der kleinen Ruth fast täglich mit Dankes-Nachrichten per WhatsApp überschüttet, weil sie endlich wieder Freude am Essen und keine Bauchschmerzen mehr hatte, wenn sie zusammen kochten. Doch leider hatten sie das große Problem, dass die Mahlzeiten in ihren eigenen Pfannen nicht gelingen wollten. Alles klebte oder brannte an. Von den ehemals beschichteten Pfannen war die Beschichtung größtenteils runter… Auch die Flammen vom uralten Gasherd waren viel zu stark, weil sich keine kleine Flamme einstellen ließ. Der Frust war GROß. Auch die Pfannen der Tanten und der Nachbarn halfen nicht, nur der Frust stieg immer weiter…
So beschlossen wir schließlich mit Hilfe einer Spende, Ruthi nun eine wichtige Grundausstattung zu schenken: eine elektrische Kochplatte, eine neue Pfanne, Kartoffelschäler, Kartoffelstampfer, Pfannenwender und Öl. Die Freude war riesig! Endlich verträgt sie das Essen, ganz ohne Bauchschmerzen, hat wieder Appetit und freut sich über Gewichtszunahme innerhalb kurzer Zeit.

Auch für uns war es sehr ermutigend zu sehen, dass die Beziehungen und das Vertrauen zu Einheimischen im Inland zunehmend gewachsen war und wir so die Kinder mehr und mehr auch ganzheitlich fördern können.
Ruth ist übrigens in unserem Musikprojekt die “erfolgreichste” Gitarrenschülerin. Außerdem sind durch SIE die ganzen Kinderprojekte im Inland überhaupt erst entstanden.

Sie hatte nämlich als kleines Mädchen ihre hungrigen Spielkameraden mit nach Hause gebracht, weil sie davon überzeugt war, dass ihre Mama ihnen ganz bestimmt auch etwas zu Essen geben würde… Daraus entstand dann vor ein paar Jahren ein kleines Nachhilfe-Projekt in ihrem Haus. Da mit der Zeit immer mehr Kinder kamen, wurde es für die Familie zunehmend herausfordernd all die Kinder mit einer Mahlzeit zu versorgen … In diesem Jahr kam dann noch das Musik- und unser Nähprojekt dazu…
Wir freuen uns sehr, dass wir Ruthi dank der Einmal-Spende diese elementare Unterstützung für ihre gesunde Entwicklung bieten konnten. Wir versorgen sie aktuell auch jede Woche mit Kartoffeln, Süßkartoffeln, Eier, Bananen und Öl, damit sie nicht wieder zu ungeeigneten Lebensmitteln greifen muss.
Herzlichen Dank an die Spenderfamilie für die Grundausstattung! ❤️