Seit sieben Monaten schon suchen wir vergeblich nach einer neuen Wohngelegenheit in unserer neuen Wahlheimat, außerhalb der Hauptstadt Asunción. Da wir keine Stadtmenschen sind, planten wir von Anfang an, dass wir langfristig mal ins Inland ziehen werden. Mittlerweile sind jedoch sehr wertvolle Kinderprojekte in ASU entstanden, die wir nicht aufgeben möchten. Daher soll ASU weiterhin gut erreichbar für uns bleiben. Gleichzeitig aber möchten wir deutlich näher an unseren Kinderprojekten im Inland sein und in der Nähe von guten Privatschulen, auf die wir unsere zukünftigen aufgenommen Kinder schicken möchten. Bald schon mussten wir leider feststellen, dass es hier in unserer neuen Wahlheimat nur wenig “Mietkultur” gibt (wie man hier sagt), weil Vermieter, auf Grund der geringen Sorgfalt der Paraguayer, damit rechnen müssen, nach der Mietszeit ein verwüstetes Haus zurückzubekommen. Zusätzlich erschwerte unser Container die Suche sehr, weil durch den notwendigen Stellplatz die Auswahl nochmals deutlich eingeschränkt wurde.
Die Zeit drängte zunehmend, da sich für Anfang September Fee´s Nichte und Mitte/Ende September Toobi´s Papa und Bruder zu Besuch angemeldet haben…

Dann plötzlich überschlagen sich die Ereignisse: Ca. zwei Wochen vor unserem ersten Besuch, konnten wir endlich einen Mietvertrag unterschreiben.
Während dem Umzug wurde unerwartet die Zusage, unseren Container auf einem Nachbargrundstück abzustellen, zurückgezogen. Wir waren schockiert! Sieben Monate lang hatten wir nun auf dieses scheinbar geeignete Haus gewartet, nur damit sich plötzlich alles wieder in Luft auflöst. Da das vorherige Haus in nur wenigen Tagen von Nachmietern bezogen werden sollte und unser Familienbesuch kurz bevorstand, blieb uns nichts anderes übrig, als den Umzug dennoch vollends durchzuziehen.

Wenige Tage später, kommen wir spät abends von einem unserer Kinderprojekte zurück und möchten völlig erschöpft unsere erste Nacht im neuen Häuschen übernachten, als wir kurz vor dem Schlafengehen einen Anruf von der Defensoría (“Rechtsbeistand”) bekommen. Es gäbe einen Notfall – ein Mädchen aus einem unserer Kinderprojekte wurde bereits zum wiederholten Mal im “familiären Umfeld” misshandelt und sei aktuell im Krankenhaus. Es gäbe niemanden in ihrer Familie, dem sie das Mädchen anvertrauen könnten. Ob wir sie abholen und vorübergehend bei uns aufnehmen könnten, war nun die Frage. Da wir schon lange für sie beteten, dass sie den Sprung aus diesem “Wohnviertel” und aus ihrem “vergifteten Familienumfeld” herausschaffen würde, fuhren wir natürlich sofort in die Hauptstadt, um sie aus dem Krankenhaus abzuholen…

Um die Umzugsgeschichte zu vervollständigen, noch kurz der Vermerk, dass wir ca. 2 Wochen später unseren Container bei einer nahegelegenen Privatschule unter dem Schatten von Mangobäumen abstellen durften. Und, dass nur 1 weitere Woche später die 2. Lieferung eurer Spielesammel-Aktion aus Deutschland bei uns eintraf. Alles genau pünktlich, um mit Fee´s Nichte eure wertvolle Sammlung sortieren und verteilen zu können.

Vieles gäbe es dazu noch zu berichten. Hier nur eine Kurzversion, um euch in das unglaubliche Timing mit hineinzunehmen, das wir bei allem Stress in diesen letzten Wochen erleben durften … Mehr zu den Details in späteren BLOG-Einträgen.